Pinterest oder Instagram – diese Frage stellen mir selbstständige Frauen fast täglich. Und ich verstehe sie gut. Beide Plattformen versprechen Sichtbarkeit, neue Kundinnen, mehr Reichweite. Aber beide funktionieren komplett unterschiedlich. Und für die meisten Selbstständigen ist nur eine davon wirklich sinnvoll – zumindest als Hauptkanal.
Ich sage dir heute ehrlich, worauf du achten solltest. Nicht was die Marketing-Gurus behaupten, sondern was ich in der Praxis mit meinen Kundinnen beobachte. Spoiler: Die Antwort hängt stark davon ab, was du anbietest, wie du arbeitest und wie viel Zeit du realistischerweise hast.
Pinterest oder Instagram: Was ist überhaupt der Unterschied?
Bevor wir in den Vergleich gehen, kurz zur Grundlage: Pinterest ist keine Social-Media-Plattform – auch wenn es oft so behandelt wird. Pinterest ist eine visuelle Suchmaschine. Menschen gehen auf Pinterest, weil sie aktiv nach etwas suchen: Rezepte, Einrichtungsideen, Marketingtipps, Kursempfehlungen.
Instagram dagegen ist eine klassische Social-Media-Plattform. Die Nutzerinnen scrollen passiv durch ihren Feed, werden von Algorithmen berieselt und konsumieren Content, den sie gar nicht aktiv gesucht haben.
Das klingt nach einem kleinen Unterschied. Ist es aber nicht. Denn daraus ergeben sich völlig unterschiedliche Voraussetzungen – für dich als Selbstständige und für deine potenzielle Kundin.
5 Gründe, die bei Pinterest oder Instagram wirklich den Ausschlag geben
1. Wie lange wirkt dein Content?
Das ist für mich das stärkste Argument im Vergleich Pinterest oder Instagram. Ein Instagram-Post hat eine Halbwertszeit von circa 24 bis 48 Stunden. Danach ist er im Feed verschwunden, der Algorithmus zeigt ihn kaum noch jemandem. Für Reels kann es etwas länger sein – aber auch das ist vergänglich.
Ein Pinterest-Pin dagegen kann Monate oder sogar Jahre lang Traffic auf deine Website bringen. Ich habe Kundinnen, deren Pins aus dem Jahr 2023 heute noch täglich Klicks generieren. Einmal erstellt, arbeitet er im Hintergrund weiter – während du Pause machst, schläfst oder mit deiner Familie zusammen bist.
Wenn du also Marketing ohne täglichen Aufwand möchtest, ist das allein schon ein entscheidender Punkt für Pinterest.
2. Wie aktiv musst du sein?
Auf Instagram wirst du von der Plattform bestraft, wenn du eine Pause machst. Reichweite bricht ein, der Algorithmus schiebt dich nach hinten. Das Hamsterrad dreht sich nur, solange du mitläufst.
Auf Pinterest ist das grundlegend anders. Regelmäßig pinnen muss, sein, aber das kann man alles planen – aber eine „Online sein“-Pause von zwei Wochen zerstört nicht deinen gesamten Aufbau. Die Pins, die du bereits erstellt und geplant hast, laufen einfach weiter. Kunden gewinnen ohne tägliche Präsenz – das ist auf Pinterest tatsächlich möglich.
3. Was bietest du an?
Hier wird es differenzierter. Instagram funktioniert gut für alles, was visuell stark ist und von Persönlichkeit lebt: Food, Fashion, Coaching mit großem Personality-Faktor, lokale Angebote mit Community-Gefühl.
Pinterest funktioniert hervorragend für Dienstleistungen, digitale Produkte, Bloginhalte, Freebies und alles, was über Google oder eine Suchmaschine gefunden werden kann. Wenn deine Wunschkundin aktiv nach Lösungen sucht und das tun die meisten Selbstständigen auf der Suche nach Business-Support – dann ist Pinterest genau der richtige Kanal.
Warum Pinterest so gut für Selbstständige funktioniert – das erkläre ich dir hier ausführlicher.
4. Wie groß ist deine Frustrations-Toleranz?
Ich sage das ohne Wertung: Instagram kann emotional aufreibend sein. Du postest, schaust alle fünf Minuten nach den Likes, vergleichst dich mit anderen, fragst dich ob der Algorithmus dir wieder schadet. Das kostet Energie und zwar auch dann, wenn du eigentlich gerade gar keine Zeit hast.
Pinterest ist ruhiger. Du siehst Impressionen, Klicks, Outbound-Klicks auf deine Website. Keine Kommentare, die dich stressen. Kein öffentlicher Vergleich mit anderen. Für Selbstständige, die introvertierter sind oder einfach Ruhe brauchen: das ist kein kleiner Vorteil. Mehr dazu: Marketing für Introvertierte.
5. Wo ist deine Wunschkundin wirklich aktiv?
Das ist die Frage, die ich meinen Kundinnen immer stelle. Nicht: Wo bist du gerade aktiv? Sondern: Wo sucht deine Wunschkundin nach dem, was du anbietest?
Wenn sie morgens auf Instagram scrollt und dabei passiv konsumiert – ist das eine gute Voraussetzung? Vielleicht. Aber wenn sie abends auf Pinterest gezielt nach „Rezepte für Reizmagen“ oder „Bücher Hochsensibilität“ sucht – dann bist du mit einem einzigen Pin genau zur richtigen Zeit am richtigen Ort.
Studien zeigen, dass 85 % der Pinterest-Nutzerinnen die Plattform nutzen, um neue Projekte zu starten – sie sind also in einem aktiven Kaufentscheidungs-Modus. Das ist ein massiver Unterschied zu Instagram, wo passiver Konsum überwiegt.
Pinterest oder Instagram – wann ist Instagram die richtige Wahl?
Um fair zu bleiben: Es gibt Situationen, in denen Instagram sinnvoller ist.
- Du verkaufst physische Produkte, die optisch überzeugen müssen
- Du baust eine starke persönliche Marke auf, bei der deine Persönlichkeit der Hauptverkaufsgrund ist
- Du hast ein lokales Business und willst eine Community in deiner Stadt aufbauen
- Du hast bereits eine große, treue Community auf Instagram und guten ROI
In diesen Fällen kann Instagram Sinn machen. Aber auch dann würde ich empfehlen, Pinterest parallel aufzubauen – einfach weil es nachhaltiger ist und dein Business unabhängiger von einer einzigen Plattform macht.
Was sagt die Praxis über Pinterest oder Instagram?
Ich arbeite täglich mit Selbstständigen, die mir von ihren Erfahrungen berichten. Was ich immer wieder höre: Diejenigen, die auf Pinterest umgestiegen sind oder Pinterest als Hauptkanal aufgebaut haben, berichten nach drei bis sechs Monaten von ruhigerem Marketing und stabilerem Traffic.
Keine Panik mehr, wenn ein Post flopped. Keine Reichweiten-Einbrüche, die alles zunichte machen. Stattdessen: ein System, das im Hintergrund läuft. Besonders für Selbstständige, die nebenbei noch Kinder, Teilzeitjobs oder andere Verpflichtungen haben, ist das ein echter Gamechanger.
Was Pinterest nicht ist: eine Schnelllösung. Es dauert drei bis sechs Monate, bis Pinterest-Marketing richtig anläuft. Aber dann ist es nachhaltig und das ist der Unterschied zu Instagram, das dich täglich neu fordert.
So entscheidest du: Pinterest oder Instagram?
Hier ist meine einfache Entscheidungshilfe für dich:
- Analysiere deinen bisherigen Aufwand auf Instagram. Wie viele Stunden pro Woche investierst du und was kommt dabei heraus?
- Schau dir deine Wunschkundin an. Sucht sie aktiv nach Lösungen oder muss sie erst aufgewärmt werden?
- Sei ehrlich über deine Kapazitäten. Kannst du täglich auf Instagram präsent sein oder willst du das gar nicht?
- Teste Pinterest drei Monate lang ernsthaft. Nicht nebenbei, sondern mit System. Dann weißt du, ob es für dich funktioniert.
Fazit: Pinterest oder Instagram für Selbstständige – meine ehrliche Einschätzung
Für die meisten Selbstständigen, die Dienstleistungen oder digitale Produkte anbieten, ist Pinterest die nachhaltigere Wahl. Nicht weil Instagram schlecht ist, sondern weil Pinterest besser zu einem Business passt, das nicht vom täglichen Content-Marathon abhängig sein soll.
Pinterest oder Instagram ist am Ende keine Glaubensfrage. Es ist eine strategische Entscheidung und die solltest du bewusst treffen, nicht aus Gewohnheit oder weil alle anderen auf Instagram sind.
Wenn du wissen möchtest, wie Pinterest konkret für dein Business funktionieren kann, schau dir gerne meine anderen Artikel an oder melde dich direkt bei mir. Ich helfe Selbstständigen dabei, Pinterest strategisch aufzubauen – ohne Stress und ohne tägliche Pflichtpostings.